IT Consulting / 23.09.2020

„Die IT als Enabler zur Business-Transformation“ – AUSY Technologies im Gespräch mit Lünendonk

Lünendonk sprach mit Rüdiger Azone, CEO der AUSY Technologies Germany AG über die Entwicklung des IT-Marktes in Covid-19-Zeiten, das Zusammenwachsen von Business, IT und Engineering sowie über den steigenden Bedarf der Kunden und deren Herausforderungen bei Softwareentwicklungsprojekten.

Die aktuelle Lünendonk®-Studie 2020 in Partnerschaft mit AUSY Technologies können Sie hier kostenlos herunterladen.

LÜNENDONK: Herr Azone, das Jahr 2020 startete zunächst mit sehr viel Schwung, um im Frühjahr wegen der Coronakrise eine Vollbremsung zu machen. Wie verlief für Sie und AUSY der Jahresstart?

RÜDIGER AZONE: Für AUSY Technologies verlief der Start 2020 positiv und diesen Trend konnten wir erfreulicherweise trotz der schwierigen Marktsituation fortsetzen. Wir erwarten trotz Covid-19-Krise in diesem Jahr ein Umsatzwachstum von über 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Natürlich sind auch wir von der Coronakrise und von Budgetkürzungen unserer Kunden betroffen. Vor allem in der Branche Travel & Transport, wobei wir Rückgänge durch zusätzliche Aufträge in Branchen wie Telekommunikation und Financial Services sogar überkompensieren können.

Wir sehen die Krise daher als Bestätigung unserer strategischen Ausrichtung als Berater und Umsetzungspartner für digitale Transformationsprojekte und als Chance, unsere Marktposition auszubauen und unser Team weiter zu verstärken. Kurzarbeit oder staatliche Hilfen sind für uns kein Thema.

LÜNENDONK: Im vergangenen Jahr ist der IT-Markt bereits weniger gewachsen als erwartet, wobei Softwareentwicklungsprojekte weiter stark nachgefragt wurden. In welche Themen und Bereiche investieren Ihre Kunden in diesem Jahr?

RÜDIGER AZONE: Wir sind davon überzeugt, dass jedes Unternehmen ein IT-Unternehmen wird, was bedeutet, die Digitalisierung dringt in alle Bereiche vor – und das führt dazu, dass innovative Produkte und Services nur noch in Verbindung mit passenden Softwarelösungen angeboten werden können. Dieser langfristige Trend hat zur Folge, dass sich das Segment der Softwarelösungen innerhalb des IT-Dienstleistungsmarktes überdurchschnittlich entwickeln wird.

Aktuell sehen wir einen starken Trend hin zu skalierbaren, kostengünstigen Cloud-Lösungen sowie einen hohen Bedarf an agiler Entwicklung. Aufgrund der steigenden Anforderungen unserer Kunden an Geschwindigkeit und Kundenzentrierung in der Softwareentwicklung beobachten wir hier eine steigende Nachfrage nach Customer Centric Design, Testautomatisierung sowie Continuous Integration & Deployment. Einen zunehmenden Bedarf sehen wir ferner im IoT-Kontext, wo sich durch Connectivity-Lösungen in Verbindung mit Machine Learning und Big Data neue Möglichkeiten für innovative Produkte und Services in verschiedensten Branchen eröffnen.

LÜNENDONK: Wie haben ihre Kunden auf die Covid-19-Krise reagiert und wie schätzen Sie die Folgen für den IT-Dienstleistungsmarkt in Deutschland ein?

RÜDIGER AZONE: Unsere Kunden haben sehr schnell und besonnen auf die Krise reagiert. Wir konnten alle IT-Services weiter zuverlässig erbringen, weil wir bereits vor der Krise die entsprechenden technischen Voraussetzungen für Remote Services geschaffen hatten und durch die langfristige, partnerschaftliche Zusammenarbeit unsere Teams auch das dafür nötige Know-how besitzen. Die Covid-19-Präventionsmaßnahmen werden nach meiner Beobachtung im geschäftlichen Bereich weiter sehr konsequent beibehalten.

Unsere bisherige Erfahrung zeigt, dass der IT-Dienstleistungsmarkt bei Wirtschaftskrisen weniger leidet und diese deutlich schneller überwindet als die Gesamtwirtschaft. Der Bedarf an Softwarelösungen wird weiter zunehmen, da viele Unternehmen aufgrund der Krise ihre Geschäftsmodelle anpassen müssen, um ihren künftigen Erfolg zu sichern und daher – trotz oder wegen der Krise – in ihre IT investieren müssen. Wir hoffen, dass die Krise auch einen Investitionsschub aufseiten der Politik auslöst und dadurch die Digitalisierung der Verwaltung in Deutschland beschleunigt wird, was wir aus gesamtwirtschaftlicher Sicht für dringend erforderlich halten.

LÜNENDONK: Die Digitalisierung verändert auch die Anforderungen der Kunden an externe Beratungs- und IT-Dienstleister sehr stark. Was ist aus Ihrer Sicht besonders wichtig, um im IT-Dienstleistungsmarkt künftig erfolgreich zu sein?

RÜDIGER AZONE: Wir sind davon überzeugt, dass unsere strategische Fokussierung auf Transformationsprojekte, die Verbindung von Business- und Technologie-Know-how sowie unsere langfristigen Vertrauensbeziehungen zu Kunden und Mitarbeitern der Schlüssel für unseren nachhaltigen Erfolg sind.

LÜNENDONK: Ihr Unternehmen, die PENTASYS, ist Teil des französischen Technologiedienstleisters AUSY und tritt seit Mitte des Jahres als AUSY Technologies am Markt auf. Was wird sich ändern?

RÜDIGER AZONE: Wir sind bereits seit sechs Jahren ein wichtiger Teil der AUSY-Gruppe, repräsentieren einen der Kernmärkte und tragen maßgeblich zu ihrer Weiterentwicklung bei. Durch das Rebranding bringen wir die Gruppenzugehörigkeit auch in der Außendarstellung deutlich zum Ausdruck. Unsere Kunden profitieren von der internationalen Zusammenarbeit, insbesondere auch von unserem erfolgreichen Nearshore-Team in Rumänien.

LÜNENDONK: Stichwort Engineering: Durch die Digitalisierung wird Software für Automobil- und andere Industrieunternehmen als Differenzierungsfaktor immer wichtiger und hält immer mehr Einzug in die Produkte. Wir nehmen daher am Markt eine Verschmelzung von Ingenieur- und IT-Services wahr. Auch AUSY bietet Services in beiden Bereichen an. Wie wird sich AUSY im deutschen Markt künftig positionieren?

RÜDIGER AZONE: Wir sehen einen starken Trend zu Smart Products, die innovative Software- und Engineering-Lösungen verbinden. Hierfür ist die AUSY-Gruppe aufgrund ihrer langjährigen Erfahrungen als Technologie-dienstleister für IT und Engineering sehr gut positioniert.

Wir wollen unsere starke Position in den Schwerpunktbranchen Automotive, Financial Services, Telekommunikation sowie Travel & Transport auf weitere Kunden und Kundensegmente ausdehnen und in den nächsten Jahren durch organisches Wachstum und passende Zukäufe auf über 1.000 Mitarbeiter wachsen. Unsere Kunden schätzen die Kombination aus den typischen Stärken eines deutschen Mittelständlers in Bezug auf Flexibilität, Kundennähe, Schnelligkeit und Innovation mit den Vorteilen einer größeren Gruppe in Bezug auf Skalierbarkeit, Ressourcen und internationale Präsenz.

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