Digitalisierung und Innovation / 18.03.2021 / Julian Beyerlein

„New Work“ und die Herausforderung Home-Office – Interview mit unserem Masteranden Julian Beyerlein

Als Masterand bei AUSY Technologies widmete Julian Beyerlein sich dem Thema New Work im Kontext der Remote-Arbeit. In diesem Interview schildert er seine Erfahrungen, die er während seiner Zeit bei uns gemacht hat. Julian schließt derzeit seinen Master of Engineering an der Hochschule München ab. 

Julian, Du hast vor Kurzem Deine Masterarbeit bei AUSY Technologies im Leistungsbereich UX Design geschrieben. Welche Eindrücke hast Du in dieser Zeit gewonnen?

Über einen Freund habe ich viel Gutes über AUSY Technologies erfahren und war interessiert, ob ein Bedarf für eine Masterarbeit besteht. Durch besagten Freund war es mir möglich, Kontakt mit meiner Betreuerin aufzunehmen, mit der ich zusammen auf mein aktuelles Thema gestoßen bin. Ich finde es sehr gut, dass sich AUSY Technologies für dieses Thema und die aktuelle Sondersituation interessiert und mich bei meiner Masterarbeit unterstützt hat.

Meine Masterarbeit konnte ich bei AUSY Technologies vor Ort schreiben. Dafür habe ich einen eigenen Rechner und einen Arbeitsplatz bekommen. Das Arbeiten im Büro empfand ich als sehr positiv, Getränke und Obst gibt es gratis. In dieser Zeit durfte ich mich voll und ganz auf meine Masterarbeit und mein Thema konzentrieren. Auch dass ich eine Vergütung erhalten habe, war für mich ein positiver Aspekt.

Welche Auswirkungen hatte die Remote-Arbeit während Deiner Zeit bei AUSY Technologies?

Tatsächlich habe ich hier in einer Art Sondersituation gearbeitet. Da ich nicht weit weg vom MY.O wohne, dem Hauptsitz in München, konnte ich häufig ins Büro kommen. Dies hat es mir ermöglicht, eng mit meiner Betreuerin zusammenzuarbeiten und Themen schnell klären zu können. Allerdings entschieden sich sehr viele Kollegen dafür, von Zuhause aus zu arbeiten. Die Auswirkungen der Remotearbeit in Zeiten der Pandemie konnte ich so jeden Tag erleben, da nur sehr wenige Mitarbeiter persönlich im MY.O präsent waren.

Während der Arbeit an meiner Masterarbeit musste ich aufgrund der aktuellen Situation sehr viele Interviews, Befragungen und Tests über Remote-Veranstaltungen klären. Das hat zum Glück immer gut funktioniert, sodass ich trotz fehlender Nähe an aufschlussreiche Erkenntnisse gelangen konnte. Seitdem ich angefangen habe, habe ich zwei Veranstaltungen miterlebt. Zum einen waren das die Weihnachtsfeier und zum anderen der Team Day, die beide Remote durchgeführt wurden.

In Deiner Masterarbeit, die Du bei AUSY Technologies schreibst, befasst Du Dich mit einem Softwareassistenten für Remote-Arbeit. Kannst Du uns hierzu mehr erzählen?

Wie jeder weiß, befinden sich sowohl die Arbeitgeber als auch die Beschäftigten seit März 2020 in einem Sonderzustand. Das Leben und Arbeiten im Büro verlagerte sich zu einem Großteil in das Homeoffice. Damit einher gingen unbekannte Anforderungen, Auswirkungen und Folgen für Mitarbeiter. Durch meine Masterarbeit wollte ich herausfinden, mit welchen Herausforderungen und Problematiken die Mitarbeiter von AUSY in diesem erweiterten und notwendigen Home-Office zu tun haben und hierfür eine Lösung ausarbeiten.

Dafür untersuche ich seit Anfang Oktober 2020 die Integration von Aspekten des New Work im Unternehmen und versuche, mithilfe von Design Thinking-Methoden ein softwarebasiertes Lösungskonzept für die Herausforderungen der Mitarbeiter im Home-Office zu erstellen. Der Assistent soll also ganz im Sinne des New Work dabei unterstützen, trotz dieser kräftezerrenden Sondersituation, gesund, glücklich, sozial engagiert und strukturiert zu leben. Er soll außerdem für sinnstiftendes und wertebasierendes Arbeiten sorgen.

Der Begriff „New Work“ ist in jüngster Zeit kaum zu überhören. Was genau verbirgt sich dahinter?

New Work ist ein Sammelbegriff über zukunftsweisende und sinnstiftende Arbeit. Diese verlangt, dass klassische Konzepte von Arbeit – was Zeit, Raum und Organisation betrifft – neu überdacht werden müssen. Wir sprechen hier zum einen von agilen Arbeitsmethoden, aber auch einer stärkeren Orientierung an Werten und sinnstiftenden Tätigkeiten. Zum anderen rücken der Teamgedanke mit immer flacher werdenden Hierarchien sowie eine räumliche und zeitliche Flexibilität von Arbeit immer mehr in den Vordergrund. Im Kern beschreibt das Neue Arbeiten also die Anforderung, dass Menschen in Zukunft ihre eigene Persönlichkeit einbringen möchten und dies von Unternehmen akzeptiert, unterstützt und vorgelebt wird.

Welche Vorteile bietet „New Work“ aus Deiner Sicht für Unternehmen und ihre Mitarbeiter?

New Work setzt zwar eine gewisse Bereitschaft zur Veränderung voraus, es ergeben sich aber auch zahlreiche Vorteile. Selbstverständlich müssen sich Arbeitgeber im Vorhinein mit Prinzipien und Merkmalen beschäftigen. Es geht darum zu verstehen, an welchen Stellschrauben im Unternehmen gedreht werden muss, um ein Umfeld zu schaffen, in dem das Neue Arbeiten auch wirklich gelebt wird. Ein Ort, an dem der Mensch im Mittelpunkt steht, an dem er teamübergreifend an Entscheidungen und Führungsaufgaben mitentscheidet und jeder das Gefühl hat, eine sinnstiftende wie auch erfüllende Arbeit zu leisten.

Denn Menschen kommen gerne in die Arbeit, wenn sie das Gefühl haben, das Richtige zu tun. Und natürlich profitieren Unternehmen auch davon, wenn ihre Mitarbeiter motiviert und produktiv sind. Wir sprechen also von einer Win-Win-Situation. Unternehmen können so Hand in Hand mit ihren Mitarbeitern in eine agilere, aufgeschlossenere, effizientere und innovativere Zukunft gehen. Außerdem wirken solche Unternehmen besonders attraktiv für junge und talentierte Arbeitssuchende.

Als Technologie-Unternehmen interessiert uns natürlich besonders das Zusammenspiel zwischen engagierten Menschen und innovativen Technologien. Wie wichtig ist Software bzw. sind digitale Plattformen im Kontext von „New Work“?

Grundsätzlich braucht es für New Work nicht unbedingt eine Software oder digitale Plattform. Aber die Technologie kann sehr wohl eine unterstützende Funktion einnehmen. New Work nicht nur als Prozess, sondern vielmehr als eine Veränderung im gesamten Mindset eines Unternehmens zu sehen. An genau dieser Stelle können aber Software oder digitale Plattformen ins Spiel kommen. Durch digitale Hilfsmittel lässt sich ein Verständnis für die Prinzipien des New Work schaffen, kommunizieren und vorleben.

Und noch eine letzte Frage: Wie sieht für Dich die Arbeitswelt in zehn Jahren aus? Welche Unterschiede zu heute wird es geben?

Vor zehn Jahren gab es manche der Jobs noch gar nicht, die jetzt aus dem Boden sprießen. Deswegen glaube ich, dass immer mehr Bewegungen stattfinden werden, die den Arbeitsmarkt – wie wir ihn bisher kennen – beeinflussen und verändern werden. Grundstimmungen wie das New Work werden innerhalb der nächsten zehn Jahre immer mehr an Fahrt zunehmen und die Unternehmenswelt der Zukunft prägen. Es stellt sich also nur die Frage, ob wir selbst und die Unternehmen von morgen bereit sind, diesen Veränderungen mit offenen Armen entgegen zu gehen.

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